Wirtschaft ist Care

Filmbeschrieb

Wir alle arbeiten, konsumieren und möchten möglichst gut leben. Darum sind wir ein Teil der Wirtschaft. Doch immer öfter erhalten die einen viel Geld und Anerkennung, während alle anderen leer ausgehen. Dazu kommt ein grosser Teil von unbezahlter, aber lebenswichtiger Arbeit, die kaum Beachtung findet. Machen wir uns auf eine kurze Reise und versuchen herauszufinden, warum das so ist.

Mein Beitrag

Für dieses spannende und durchaus fordernde Filmprojekt war ich für das Bauen aller im Film vorkommenden Modelle bzw. Objekte, der Knete-Texturen, der Beleuchtung und der Animation zuständig. Zusammen mit Sergio habe ich die Beleuchtung, die Kameraeinstellungen und Kamerafahrten geplant und umgesetzt. In der Vorproduktion ist während einiger Wochen das Konzept und Drehbuch entstanden. An der eigentliche Produktion war ich rund zehn Monate beschäftigt.

Herausforderungen

Eine grosse Herausforderung bei der Herstellung des Filmes war, das komplexe Thema auf unter 6 Minuten herunterzubrechen und mit emotionalen Story-Elementen zu ergänzen.
Besonderen Wert haben wir auf den gelungenen Full-CGI-Knete-Stil gelegt, der greifbar und vertraut wirkt. Um sich dennoch vom klassichen Stop-Motion-Stil abzuheben, wurde bewusst eine höhere Bildrate ausgewählt, dementsprechend akkurat animiert und mit cineastischen Kameraeinstellungen und Lichtsetzungen ergänzt.

Aufgabe des Kurzfilmes

Die Aufgabe des Kurzfilms besteht darin, den Zuschauer auf das Thema „Care Arbeit“ aufmerksam zu machen, welches in der heutigen Wirtschaft viel zu wenig berücksichtigt wird. Dazu werden keine konkreten Lösungen präsentiert, sondern genug Freiraum zur Verfügung gestellt, um interessante Diskurse entstehen zu lassen.

Sprachversionen

Deutsch: https://vimeo.com/354588099
English: https://vimeo.com/354586217
Spanish: coming soon
France: coming soon
Italian: coming soon

Offizielle Kurzfilm-Webseite: economy-is-care.com

Credtis

Regie: Sergio Herencias & Andreas Tanner
Produktion: Guave Motion, Sergio Herencias
Autorin: Ina Praetorius
Drehbuch: Sergio Herencias, Andreas Tanner
Ausführende Produzenten:
Hans Jörg Fehle, Ina Praetorius
Animation: Andreas Tanner
Cinematographie: Sergio Herencias
Technischer Direktor: David Fritsche
Konzept Design & Illustration: Sarah Vettori
Schnitt & Compositing: Sergio Herencias
Musik & Sound Design: Neil Raouf
Sprecher: Robert Rausch

Auszeichnungen


* Best Animaiton LAFA 2019 *
Los Angeles Film Awards 2019 (USA)

* Best Animation & Best Indie Filmmaker Festigious 2019 *
Festigious Film Awards 2019 (USA)

* Honorable Mention for Best Animation *
Oniros Film Awards® 2019 (Italy)

* Nominated for Swiss Animated Commission Award *
Fantoche 17th International Animation Film Festival 2019 (Schweiz)

 

Am Anfang ist die Geschichte

Ganz zu Beginn wurde in Zusammenarbeit mit der Auftraggeberin ein vielseitiges Script erstellt, auf Grundlage eines von Ihr geschriebenes Fachbuch zum Thema. Das sehr komplexe Thema wurde auf unter 6 Minuten heruntergebrochen und mit emotionalen Story-Elementen ergänzt.
Damit alle Beteiligten am Projekt vom selben sprechen, wurde ein detailliertes Drehbuch mit Storyboard entwickelt, das alle Einstellungen und Situationen im Film abbildet.

 

Farben erzeugen Emotionen

Sie tragen viel zur Stimmung des Films bei und unterstützen emotional. Dazu haben wir, passend zum jeweiligen Szenario, Farbkonzepte erstellt.
Für die Stadtszenen wurde beispielsweise eine eher triste, blau-graue Farbstimmung gewählt. Je mehr sich der Film dem Ende nähert, desto wärmer werden die Farben, um den Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, dass ein positiver Wandel möglich ist.

Conzept Designs

Um herauszufinden, wie stark abstrahiert, beziehungsweise „niedlich“, die Charakter sein sollten, wurde ein einfaches Concept Design der Beispielszene erstellt.

 

Concept Design

Die Auswahl fiel dabei auf eine eher erwachsene Umsetzung. Auf dieser Grundlage wurden das Konzept der Character entwickelt, welches als optimale Vorlage für die 3D Umsetzung diente. Unten sind drei Character Concept Designs abgebildet mit der jeweiligen 3D Umsetzung.

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Entstehung der Stadt

Eine ganze Stadt zu bauen, ist eine Herausforderung. Um überhaupt eine Idee zu bekommen, wie gross diese Stadt werden sollte, wurde zuerst eine grobe Skizze erstellt. Natürlich konnte keine Grossstadt wie New York in der zur Verfügung stehenden Zeit gebaut werden. Daher wurde ein Hybrid geschaffen, eine geschickte Kombination aus Metropole und Kleinstadt.

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Darauffolgend wurde die ganze Stadt mit einfachen Boxen in unterschiedlichen Grössen gefüllt, um eine gute Vorstellung zu bekommen, wie die Stadtkomposition später wirkt und so gleichzeitig die Stadtplanung finalisieren zu können.

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Befüllung der Stadt

Diese Stadt musste nun auch mit diversen Fahrzeugen und Gebäuden bestückt werden. Dafür wurden unterschiedliche Fahrzeugtypen, 30 grössere Gebäude und über 40 kleinere Assets (wie z.B. Strassenlampen, Bäume, etc.) erstellt.

 

Entstehung der Antike

Die Stadt alleine reichte allerdings nicht aus, um den Film zu erzählen. Darum mussten noch weitere neue Szenerien geschaffen werden, darunter auch die Antike. In einem ersten Schritt wurden viele Referenzbilder gesucht analysiert, bevor dann mit einem ersten Blocking der Szene gestartet werden konnte.

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Animation

Abschliessend erfolgte die Animation. Diese wird in mehrere Arbeitsschritte unterteilt. Zuerst erfolgt das sogenannte „Blocking“. Hier werden Character in verschiedene, aussagekräftige Posen gebracht. Das sieht dann ein wenig aus wie Stop-Motion. Gefallen die Grundposen und stimmt das Timing, geht man ins „Polishing“, wo alle Feinheiten bis ins Detail animiert werden.

 

Last but not least

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